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Gemeinsame Erklärung
der Kirchengemeinden St. Gallus und St. Nazarius
zur pastoralen Situation im Pfarreienverbund Rödermark

 

Zur Situation

Das 2. Vatikanische Konzil sagt: Kirche ist dort, wo die Menschen sind.
Da erkennbar eine große Anzahl der Kirchenmitglieder zunehmend die klassischen Angebote der Kirche ignoriert, müssen andere Formen und Wege in der Seelsorge gesucht werden, um die Menschen zum christlichen Glauben zu führen.
Das früher selbstverständliche Ziel jeder Seelsorge, die Gläubigen zum Gottesdienst zu führen, wobei mit Gottesdienst immer nur die Eucharistiefeier gemeint war, kann heute nicht mehr alleiniger Maßstab pastoraler Bemühungen sein.

 

Zukunft: „ Missionarische“ Gemeinde

Der Charakter der Gemeinden von St. Gallus und St. Nazarius hat sich im Laufe der letzten Jahre stark geändert, so wie es auch in anderen Gemeinden gravierende Veränderungen gibt. Zwar ist die Zahl der Kirchenbesucher am Sonntag immer weiter zurückgegangen, aber es haben sich auch neue Zellen aktiver Gemeindegruppen gebildet, die fruchtbare Arbeit leisten. Hier sei als Beispiel nur das segensreiche Wirken der Katecheten/innen genannt, die in vorbildlicher Weise in der Taufvorbereitung tätig sind und Kinder zur Erstkommunion und Jugendliche zur Firmung führen.

Dankbar wird in unseren Gemeinden auch zur Kenntnis genommen, dass bei Todesfällen und Beerdigungen mehr als früher eine individuelle und sehr persönliche geistliche Begleitung stattfindet.

Jede sich missionarisch verstehende Kirchengemeinde findet aber auch ihr Betätigungsfeld in den profanen Bereichen unserer Gesellschaft. Ihre Mitglieder sind zu finden in den Elternbeiräten und Selbsthilfegruppen,  in Bürgerinitiativen und politischen Parteien. Sie organisieren Freizeiten und schaffen in ihrem Wohnumfeld eine gute Atmosphäre. Sie kümmern sich um Kinder und Alte und sind wachsam für die Notwendigkeiten in ihrer Umgebung, im Beruf und im häuslichen Bereich. Wer in diesen Bereichen tätig ist, handelt in christlicher Verantwortung und trägt dazu bei, den missionarischen Charakter unseres Christseins mit Leben zu erfüllen.

 

Neue pastorale Aufgaben

Unsere besondere Sorge gilt den Kirchenmitgliedern, die keine Bindung mehr zum Gemeindeleben haben und denen nicht mehr bewusst wird, wie wertvoll und sinnstiftend unser christlicher Glaube im Lebensalltag sein kann. Unsere Katecheten führen in vorbildlicher Weise hin zu Taufe, Kommunion und Firmung. Aber wir spüren auch – und dies in besonderer Weise - Verantwortung für die Eltern, die ihre Kinder nicht zu diesen Sakramenten anmelden und es beunruhigt uns, dass deren Zahl immer größer wird.

 

Neue pastorale Wege

Wenn wir das alles ernst nehmen und wie Jesus bereit sind, jedem verlorenen Schaf nachzugehen, brauchen wir dafür Zeit und Kraft.
Unsere beiden Pfarrer und die Gemeindereferentinnen stehen dabei an vorderster Stelle.
Sie stehen allerdings auf verlorenem Posten, wenn sich aus der Gemeinde keine oder zu wenige Personen für die missionarischen Aufgaben zur Verfügung stellen.
                         
Die beiden Pfarrgemeinderäte, die Verwaltungsräte und der Seelsorgerat haben sich über einen langen Zeitraum hinweg in Gesprächen und Sitzungen Gedanken darüber gemacht, wie die Gemeinden St.Gallus und St.Nazarius ihrer missionarischen Aufgabe gerecht werden können.
Zunächst war zu entscheiden, wie die Gottesdienstordnung der beiden Gemeinden in Zukunft aussehen soll. Dabei spielte die Frage eine wichtige Rolle, wie der Wegfall der Kaplanstelle im Pfarreienverbund Rödermark am gemeindefreundlichsten gestaltet werden könnte. Die Räte hatten die schwere Aufgabe, eine Ordnung zu entwickeln, die möglichst viele Gottesdienste erhält, den vielen Altersgruppen gerecht wird und auch eine gegenseitige Vertretung sicherstellen kann.

Es ist ein sehr ermutigendes Zeichen, dass schließlich auf der Klausurtagung am 28./29. August 2009 in Schmerlenbach alle anwesenden Mitglieder der Räte beider Pfarrgemeinden einstimmig einer Regelung für eine neue Gottesdienstordnung zugestimmt haben.

Die Räte der beiden Pfarrgemeinden sind im Einvernehmen mit den beiden Pfarrern Gaebler und Jung und mit den Gemeindereferentinnen Bechtloff und Gardt sehr zuversichtlich, dass mit der neuen Gottesdienstordnung unter den gegebenen Umständen für die Gläubigen im Pfarreienverbund eine zukunftsorientierte Lösung gefunden worden ist und wir sind allen dankbar, die daran konstruktiv mitgearbeitet haben. Diese Ordnung hat auch auf ausdrücklichen Wunsch und auf Befürwortung der Bistumsleitung Zustimmung gefunden.

Mit neuer Energie und viel Gottvertrauen wollen wir uns auch weiterhin bemühen, unserem missionarischen Auftrag in den Gemeinden St. Gallus und St. Nazarius in der Stadt Rödermark gerecht zu werden.

 

Der Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat von St. Gallus,
Der Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat von St. Nazarius,
Der Seelsorgerat des Pfarreienverbundes Rödermark

Rödermark im November 2009             

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